Dauer: 50 Min.

Tickets: 12 €, ermäßigt 8 €

Gespielt am:

Sa 09.06.2018

Facebook: facebook.com/pg/cie.sapharide/community/?ref=page_internal



Cie Sapharide

PUCIE

PAF Performing Arts Festival 2018


PUCIE ist eine Arbeit für drei Tänzerinnen, die Weiblichkeit in all ihrer Schönheit und ursprünglichen Erotik zeigt. Eine choreografische Recherche, die im Namen einer intuitiven und fast kriegerischen weiblichen Kraft mit den Mitteln Shaking, extreme Langsamkeit und Zirkularität einen Zustand der Trance und Meditation herstellt. Die Cie Sapharide wurde 2013 von Mélanie Favre gegründet.

Konzept: Julie Botet & Mélanie Favre
Performance: Julie Botet, Lora Cabourg & Mélanie Favre
Musik : Nicolas Tarridec (& Juliette Macquet)

Company Sapharide wurde im Februar 2013 von Mélanie Favre für die Kreation „Infiniment Double“ gegründet. Im Jahr 2015 konzipierte Mélanie ihr zweites Stück, „Corps“. Sapharide Company wird auch mit Künstler*innen wie dem Kiki Bronx Kollektiv für die „High and Tight“ Performance bei 192 oder der jungen Puppenspielerin Emeline Gouverne für die Ausstellung „Traces“ (Théâtre Massenet, Lille) in Verbindung gebracht. Im Jahr 2016 trat Julie Botet dem Kollektiv bei.

Die Kraft der Weiblichkeit
10. Juni 2018, Kritik von Greta Haberer

http://blog.performingarts-festival.de/die-kraft-der-weiblichkeit/

Mit „PUCIE“ kreiert die Compagnie Sapharide einen Abend voll verzerrter Erotik und Schönheit des Weiblichen.

Der Geruch von Wassermelonen liegt in der Luft. Er schwebt über der ganzen Performance. Das Fruchtfleisch bedeckt den Bühnenboden und ist auf den Körpern der drei Performerinnen verschmiert. Ihre weißen Unterhemden sind vom Saft durchnässt, rosa. Sie stellen ihre Weiblichkeit in den Vordergrund, ohne dabei nur eine Sekunde verletzlich zu wirken. Mit wilden Augen blicken sie ins Publikum.

Die drei Tänzerinnen Julie Botet, Lora Cabourg und Mélanie Favrev der Compagnie Sapharide zeigen mit „PUCIE“ im ACUD Theater Weiblichkeit in ihrer vollen Schönheit und ursprünglichen Erotik. Tänzerisch vermitteln sie den Prozess der Schwangerschaft bis zur Mutterschaft als starke Frauen. Mit unglaublicher Energie und Wucht lassen sie zu rauer, elektronischer Musik ihre Körper entweder extrem langsam von einer Pose in die nächste gleiten oder schütteln diese wild im Rhythmus, während sie sich im Kreis drehen.

Der Abend beginnt jedoch mit Stille. Die drei Tänzerinnen sitzen an einem runden, schwarzen Tisch. Vor jeder liegt eine Wassermelone, die sie mit ihren Füßen halten. Ganz langsam, auf den ersten Blick kaum bemerkbar, lösen sie sich aus dieser Position. Dann ein Bruch. Sie reißen die Wassermelonen auseinander, sodass jede zwei Hälften vor sich liegen hat und beginnen, diese auf jede mögliche Art zu bearbeiten. Mit den Händen kratzen sie das Fruchtfleisch heraus, drücken ihre Ellenbogen rein, vergraben ihre Zähne darin. Sie schmieren es sich in die Haare, bewerfen einander und spucken es über die Bühne. Sie lachen und scheinen sichtlich Spaß an diesem Massaker zu haben.

Später werden die Melonenhälften zu schwangeren Bäuchen, mit denen die drei sich kontinuierlich zum Rhythmus der Musik im Kreis drehen und ihren ganzen Körper schütteln. Mal kommen die Arme dazu, mal ein neuer Schritt, aber die Kreisbewegungen und der Rhythmus bleiben. Die Tänzerinnen scheinen in einer Art Trance zu sein, erinnern dabei an Amazonen. Sie wirken so stark, so voller Kraft, kein bisschen verletzlich, obwohl sie nur Unterwäsche tragen. Auch als sie später ihre Oberteile ganz ausziehen, nur noch in Unterhose, verschwitzt und mit Melone beschmiert vor den Zuschauern stehen, wirken sie unangreifbar. Erst am Ende zeigt sich eine gewisse Verwundbarkeit, als die Performerinnen ihre Wassermelonenhälften in den Armen halten und langsam hin und her wiegen. Die Blicke sind nun sanft, bevor sie ihre Gesichter in der Frucht vergraben.

Bedeutung und Körperlichkeit fügen sich an diesem Abend perfekt zusammen. Die Zirkularität der Bewegungen und der Zyklus des Lebens, der durch die Schwangerschaft beginnt. Die Wassermelone, das Symbol für Erotik und Leidenschaft und die langsamen, sexuell konnotierten Bewegungen. Sowohl die Langsamkeit als auch die schnellen, rhythmischen Momente füllen den Abend mit einer Energie, der man sich schwer entziehen kann. Noch beim finalen Applaus ist sie zu spüren und begleitet die Zuschauer*innen mit nach Hause.

In Kooperation mit:

Performing Arts Festival Berlin