© Daniel Semke


Tickets: 15,- / 10,- (erm.)

Termine:

Freitag 29.10., um 20:00 Uhr
Samstag 30.10., um 20:00 Uhr
Sonntag 31.10., um 20:00 Uhr

Darsteller*innen:
Heribert Gietz, Yael Schüler, Jan Viethen, Patricio Tonato

Sounds:
Or Sarfati

Ausstattung:
Jens-Uwe Behrend

Produktionsleitung:
Mali Haustrate Ohana

Dramaturgie:
Sibille Roth

Video:
C. Kernich

Regie:
Fellix Goldmann



Das öde Haus

frei nach E. T. A. Hoffmann


Stellen Sie sich vor: Sie kommen in eine große Stadt, sagen wir, eine Metropole, sie schlendern herum, genießen das vielstimmige Miteinander der unterschiedlichsten Menschen. Sie sehen teure Villen und schöne Parks, herunter gekommene Mietshäuser und Plätze, auf denen Müll und Hundekot herumliegen – alles fein säuberlich nach Bezirken getrennt.

Und da entdecken Sie in einer superteuren Gegend, direkt auf der Luxusmeile, ein eingeklemmt zwischen Protzbauten hockendes, kleines, abgerissenes, vergammeltes Haus: Die Fenster zugetackert, im Erdgeschoss sogar zugemauert, keine Klingel, kein Türschild, nichts.  

Natürlich fragen Sie sich, was wohl mit dem Besitzer los ist, warum er nicht mehr aus dem Objekt macht.

„Ganz zufällig“ erhalten sie unterschiedliche, sich widersprechende Informationen, beginnen das Haus zu beobachten, entdecken Anzeichen von „Verschleierung und Verdunklung“. Sie werden misstrauisch gegenüber den banalen Erklärungen, die man Ihnen liefert und fragen sich, ob da nicht vielleicht richtig schreckliche Dinge geschehen..?!  Was würden Sie tun?  Würden Sie etwas tun?

In genau so eine Situation gerät der Student Theodor aus der süddeutschen Provinz in der Erzählung „Das öde Haus“, die E. T. A. Hoffmann in seiner Berliner Zeit verfasste.

Was soll Theodor denken, welcher Auskunft soll er Glauben schenken, für welche Version der Geschichte soll er sich entscheiden? Sein Verstand läuft heiß...

© Daniel Semke
© Archiv Tagesspiegel

Schicht um Schicht trägt Hoffmann die Realität ab, hinter der jeweils ein neues, anderes Bild sichtbar wird. Gibt es so etwas wie das letzte, das zugrunde liegende Bild – oder hat jede hervortretende Erzählung eine Relevanz?

Was macht diese Unsicherheit über das Faktische mit einem Menschen?

Der Schriftsteller und Essayist Franz Fühmann spricht in seinen Essays über Hoffmann vom Auseinanderklaffen von Sein und Schein in der bürgerlichen Gesellschaft, das sich in den Hoffmannschen Geschichten zeigt und den Alltag als gespenstisch erscheinen lässt.  Die „Tagwelt“, der eine erkennbare Ordnung und klare Regeln zugrunde liegen, wird konterkariert von einer unheimlichen „Nachtwelt“, in der andere, unheimliche und unbekannte Gesetze herrschen. Aber was ist Tag und was ist Nacht, was ist Fiktion und was Realität?

Das historische öde Haus

Mit freundlicher Unterstützung von: