Dauer: ca. 60 Min (2 x 30 Min)

Tickets: 15 €, 10 € (erm.)

Termine:

Donnerstag 27.05., um 21:00 Uhr

Facebook: facebook.com/events/1403053766554353/

Dragging a Queen:
Johanna Kasperowitsch, Musik: Lennart Heyndels, Kostüm: Daina Kasperowitsch, Licht: Gregor Roth

Viril:
Evgenia Chetvertkova



PAF Performing Arts Festival Berlin

Double Bill Johanna/Evgenia

An evening about becoming someone else


Zwei Tanzsolos

"Double Bill Johanna/Evgenia" ist der geteilte Abend zweier Künstlerinnen. Johanna und Evgenia zeigen jeweils Ihre Arbeiten „ Dragging a Queen“ und „Viril“. Beide Performances untersuchen die Möglichkeit jemand anderes zu werden und dabei trotzdem man selbst zu bleiben. Zwei Wege, die an den versteckten Charakteristika der eigenen Persönlichkeit entlang führen und die nach performativer Umgestaltung die Tür zu einem neuen Selbst öffnen.

© Holger Biermann, Dragging a Queen

1. Dragging a Queen

Eine getanzte Charakterstudie von Johanna Kasperowitsch
Die französische Dauphine Marie Antoinette war eine privilegierte, aber auch sehr isolierte Frau.Das Stück fragt, was sie in ihren einsamsten Momenten gefühlt und gedacht haben könnte. Die Figur der Marie Antoinette stellt aber vor allem einen Bezugspunkt zu eigenen Realitäten der Performerin dar, und lenkt den Blick auf deren Widersprüche und verschwommene Grenzen.
Gewalt erfahren - oder gewaltvoll handeln - wo liegen die Übergänge? Was bleibt, wenn die Maskerade bröckelt? Was hat Bedeutung neben dem Bild, das wir von uns verkaufen? Wo liegen die blinden Flecken, und wo entsteht Leere in einem als „privilegiert“ bezeichneten sozialen Umfeld? Durch Körper und Bewegung beschwört "Dragging a Queen" vor diesem Hintergrund Geister der Vergangenheit und der Gegenwart.

© Sofia Postnikova, Viril
2. VIRIL

Eine „physical theatre“ Performance von Evgenia Chetvertkova
Sein volles Potenzial entfalten... was bedeutet das? Wer oder was weist diese Qualität auf? Woran erkennt man die vollendete Entwicklung eines Potenzials? Und wie entscheidet man, wann ein Potenzial voll entwickelt ist? Mit wem oder womit vergleicht man? Stabilität, Konzentration, Gleichgewicht, Energie, Kraft, Mut, Stärke und all die anderen (Bewegungs-) Qualitäten fungieren während meiner Tanzperformance als diverse Objektive der Observation. Ich lade Sie dazu ein, diese Objektive zu probieren und zu wechseln.
Im Zuge der Aufführung meiner Performance „VIRIL“ befasse ich mich mit dem Thema der Männlichkeit. Während ich tanze, versuche ich mein eigenes männliches Potenzial zu fördern, indem ich harte körperliche Übungen tätige und in verschiedene Rollen schlüpfe.
Unter Einbeziehung des Publikums kreiere ich Situationen, deren gemeinsames Durchspielen diverse Perspektiven auf das Thema Virilität eröffnen und durch das gemeinsame Erleben das Einnehmen dieser Perspektiven erleichtern.

Johanna Kasperowitsch studierte zeitgenössischen Bühnentanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sie arbeitete als Tänzerin/Performerin mit unterschiedlichen ChoreographInnen und RegieseurInnen, wie u. a. Georg Reischl, Katie Duck, Stephanie Thiersch/MOUVOIR, Laborgras Berlin, Rosamund Gilmore, Yasmeen Godder, Judith Sanchez Ruiz, Irina Pauls und Reut Shemesh. Gastspielreisen führten sie nach Sibirien, Mexiko, Holland, Polen und in die Schweiz. Im Bereich zeitgenössischer Tanz/Performance befasst sie sich in ihrer eigenen Arbeit aktuell mit unterschiedlichen Verfahren und Methoden der Improvisation, sowie mit Bewegung in Bezug zu gesprochenem Text und/oder Live-Musik. Zusätzlich entwickelt sie eine Schreibpraxis in Form von Kurzgeschichten, Essays und und Gedichten, auch für Live-Performances, und immer in engem Bezug zu Körpern und Bewegung.

Evgenia Chetvertkova ist Tänzerin, Choreografin und Performerin.

Sie begann in der frühen Kindheit zu tanzen und erhielt ihre erste Ausbildung und Bühnenerfahrung im “Troitsk dance ensemble for young people” (Ballett und Volkstanz). Während ihres Psychologie-Studiums an der Moscow State University bewegte sie sich mehr in Richtung zeitgenössische Formen des Tanzes und Theaters und Improvisation. Nach ihrem Abschluss nahm sie an Perfomances des DEREVO Theaters teil und begann ihre eigenen Experimente im Bereich des Tanz, Theater und der bildenden Künste als Mitglied und Choreografin von POEMA Theater (Moskau). Von 2017 - 2019 war sie Studentin am HZT Berlin. Ihr Stil ist eine Mischung unterschiedlicher Körpertechniken, hauptsächlich basierend auf Butoh und Improvisation. In ihrer Arbeit als Tänzerin und Performerin liegt ihr Fokus darauf, wie sie durch ihren Körper und ihren inneren psychologischer Zustand bedeutungsvolle Bewegungskomposi- tionen entstehen lässt. Außerdem arbeitet sie oft mit visuellen Bildern, sowie Geräuschkulissen, um ihre Tanz_Körper_Performance Praxis zu vervollständigen.

Das Performing Arts Festival Berlin des LAFT Berlin wird gefördert durch das Land Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und Europa.